Alkoholfrei feiern wird immer beliebter. Und den Veranstaltern mangelt es nicht an Fantasie.
Man kann zu jeder Tageszeit feiern
Beim Frühstück: Der Trend der „Bakery Raves“, der in Paris, Los Angeles oder Miami bereits fest etabliert ist, kommt nun auch in die Schweiz. Das Konzept spricht ein Publikum an, das nach neuen Arten des Feierns sucht: Tanzen am frühen Morgen, ohne Alkohol, mit Kaffee und Croissants in der Hand.
In Genf versammelte eine erste Veranstaltung am 26. April 2025 von 10 bis 13 Uhr fast 700 Teilnehmer, die von der Idee angezogen waren, den Tag auf der Tanzfläche statt in der Schlange vor der Bäckerei zu beginnen. Leila Khalki, Organisatorin von The Morning Party, erklärt gegenüber RTS (Artikel vom 27.04.2025), dass sie eine im Ausland bereits etablierte Praxis in die Schweiz importieren möchte. Weitere Veranstaltungen könnten in Lausanne, Bern und Zürich stattfinden.
Eine Ergänzung zu den traditionellen Clubs
Für Thierry Wegmüller vom D! Club in Lausanne stellen diese morgendlichen Veranstaltungen keine Konkurrenz für Nachtclubs dar: „Die Kundschaft ist eine andere." Er räumt jedoch ein, dass sich die Gewohnheiten seit der Pandemie verändert haben: weniger Alkoholkonsum, Suche nach alternativen Erlebnissen und flexiblere Öffnungszeiten. Die Clubs, sagt er, müssten «aus ihren Mauern herauskommen» und sich neu erfinden. Er selbst organisiert zusammen mit DJ Röse am 25. Januar 2026 die Clean Party.
Ein globaler Trend zu alkoholfreien Partys
Dieser Wandel in der Nachtclubszene geht über die Schweiz hinaus. In Paris organisierte der berühmte Club Le Badaboum am 6. Dezember 2025 seine erste „Sober Party” ohne Alkohol, initiiert vom Videokünstler, Komiker und Podcaster Maxime Musqua, der seit fünf Jahren abstinent ist. Diese Partys, die früher auf Sonntage oder Mittwochs beschränkt waren, finden nun zur Primetime statt. Die Organisatoren sehen darin eine Antwort auf ein Publikum, das früher tanzen, weniger konsumieren, aber genauso viel Spass haben möchte.